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Die Abgründe der Psychiatrie

Oder: Irre – wir behandeln die Falschen?

Es klingt im ersten Moment wie eine gewagte These, die Peter Gøtzsche, Direktor einer renommierten Kopenhagener Klinik, in dem Raum stellt.

Doch je näher man sich damit befasst, desto eher kommen Zweifel an der Art und Weise, wie auch hierzulande psychisch kranke Menschen behandelt werden.

Könnte es sein, dass wir die Falschen behandeln, dass solche seelisch kranken Menschen gar kein Problem mit dem Gehirnstoffwechsel haben, dass die so oft bemühte Insulin-Analogie an den Haaren herbei gezogen ist?

Die landläufige und auch unter vielen Ärzten vorherrschende Meinung ist ja, dass psychisch Kranken bestimmte Botenstoffe im Gehirn fehlen. Vergleichbar mit einem Diabetiker, dessen Körper nicht genügend Insulin produziert. Viele Ärzte etwa sind der Auffassung, dass es Depressiven an Serotonin fehlt. Bis dato konnte diese Annahme nicht nachgewiesen werden. Stattdessen stellt sich die Frage, warum es dann wirksame Medikamente gegen Depressionen gibt, die den Serotoninspiegel senken anstatt ihn zu erhöhen …

Werden den als depressiv abgestempelten Menschen dann Psychopharmaka verordnet, beginnt oft ein Teufelskreis, aus dem es nicht leicht ist auszubrechen. Denn wenn wir eine psychische Erkrankung mit einer künstlichen Droge behandeln, entsteht zwangsläufig ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn, auch wenn vorher keines vorhanden war. Die Sucht nimmt ihren Lauf. Vergleichen lässt sich das Ganze mit einem Alkoholiker: Wenn er aufhört zu trinken, fehlt dem Gehirn etwas und es meldet Entzug. Hier käme niemand auf die Idee zu behaupten, dass dem Alkoholiker der Alkohol schon gefehlt hat, bevor er mit dem Trinken begonnen hat. Was passiert aber, wenn es einem psychisch kranken Patienten schlechter geht, sobald er die Medikamente absetzen will? Dann nimmt man das wie selbstverständlich als Beweis her, dass er wirklich krank ist und die Medikamente dringt benötigt – anstatt anzuerkennen, dass Psychopharmaka genauso süchtig machen können wie Alkohol!


Krank aufgrund der Nebenwirkungen?

Für Gøtzsche ist die Sache klar: Das Gros der Psychiater ist nicht in der Lage, sinnvoll mit Psychopharmaka umzugehen und schadet den Patienten letztlich mehr als ihnen zu helfen. Doch weit gefehlt, denn Antidepressiva haben zum Teil erhebliche Nebenwirkungen! Bei jungen Menschen erhöhen sie sogar das Selbstmordrisiko! So kommt es, dass vorübergehende seelische Probleme zu einer Krankheit hochstilisiert werden und schließlich tatsächlich zu chronischen Krankheiten werden. Zum Beispiel hat man herausgefunden, dass Kinder, die mit ADHS-Medikamenten behandelt wurden, 35-mal häufiger an einer bipolaren Störung erkranken als es ohne Behandlung der Fall wäre. Diese Krankheit wiederum wird mit noch härteren Antidepressiva behandelt. Viele Patienten können folglich nie wieder arbeiten gehen und kein normales Leben mehr führen. Psychopharmaka – und nicht die Krankheit an sich – haben ihr Leben verpfuscht.

Psychopharmaka sollten daher, wenn überhaupt, nur kurzzeitig und nur bei schwerwiegenden psychischen Störungen eingesetzt werden. In vielen Fällen mögen eine Auszeit vom Alltag und/oder eine Gesprächstherapie völlig ausreichend sein.