Schicksale in der deutschen Psychiatrie – Peter Schwarz

Peter Schwarz erfuhr zehn Jahre lang eine zwangsweise Behandlung mit starken Psychopharmaka. Die Folge waren schwerste Bewegungsstörungen. Erst durch eine Operation im Gehirn konnte er sich wieder einigermaßen normal bewegen.

In seiner ohnmächtigen Wut wandte er sich vertrauensvoll an mich mit diesem erschütternden Bericht (kein wörtliches Zitat):

Die Psychiatrie ist unfreiwillig zu meinem Thema geworden, denn es geht um deren Missbrauch, eine übermäßige Verabreichung von Medikamenten mit abartigen Nebenwirkungen und nicht zuletzt um meine eigene Initiative, die mir erfreuliche Verbesserungen durch einen implantierten Hirnschrittmacher einbrachte.

Seit Jahrzehnten besteht eine enge Verflechtung zwischen Saarstahl und der IG Metall Saarland mit der Folge, dass Gewerkschafter sowie Mitglieder des Betriebsrats immer wieder beide Augen gegen die Interessen und Rechte der Belegschaft zugedrückt haben. Als ich das nicht mehr mittragen wollte, war ich unten durch. Es kam gegen mich eine erbärmliche Entwicklung mit schrecklichen Konsequenzen in Gang.

Meine Zivilcourage im Jahre 2000 führte zwei Jahre später zu meiner Unterbringung in der Psychiatrie, wo ich dann über viele Jahre zwangsbehandelt und schließlich zum Pflegefall wurde.

Der SWR hatte bereits mit einem Film über die Folgen der Medikamente, die mir jahrelang verabreicht worden sind, berichtet. Darin werden die Menschenrechtsverletzungen, die tag täglich in der deutschen Psychiatrie stattfinden, offen angesprochen, und zwar von den psychiatrie-kritischen Ärzten Dr. Martin Zinkler, Chefarzt der Psychiatrie am Klinikum Heidenheim, und Dr. Dr. Jann Schlimme (Berlin).

Die Aussagen der Mediziner, wie die Medikamente wirken, können Sie in diesem Video verfolgen:
https://www.youtube.com/watch?v=qnBxx5BzbVU 


Folgen der Zwangspsychiatrie - Der Fall Peter Schwarz

Nicht jeder, der in der Psychiatrie landet, stellt wirklich eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Der ungeprüften Willkür von Ärzten, Gutachtern oder schlecht motiviertem Pflegepersonal ist im Prinzip jeder ausgeliefert. Wer von psychischen Problemen betroffen ist, geht oftmals aus eigenem Antrieb zum Arzt, wird für eine begrenzte Zeit arbeitsunfähig geschrieben, vielleicht sogar stationär aufgenommen und bekommt eigentlich in jedem Fall Medikamente, und die haben es in sich.

Peter Schwarz hatte sogar noch Glück im Unglück, denn er traf endlich auf einen qualifizierten Gutachter, dem das Wohl seiner Patienten am Herzen liegt. Doch anders als im Fall von Gustl Mollath konnte sich Peter Schwarz über Jahre hinweg nicht gegen die starken Medikamente, die ihn zerstörten, zur Wehr setzen, sodass er schwerste Langzeitfolgen davontrug.

Erst eine Operation im Gehirn konnte Abhilfe schaffen. Für seine zehn verlorenen Lebensjahre will er nun die Klinik verklagen. https://opposition24.com/zwangspsychiatrisierung-und-ihre-folgen-der-fall-peter-schwarz/  

Über seine siebenjährige Haft in der Forensischen Psychiatrie berichtete Gustl Mollath im Februar 2020 im Rahmen einer Veranstaltung der Linksfraktion im Hessischen Landtag und sagte aus, dass ihn das an die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte erinnerte, da er hilflos und rechtlos und de facto in einem rechtsfreien Raum war.

 

Dieser Beitrag wurde im Juli 2020 erstellt.